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Die Geschichte von Clemens Bimek und dem Samenleiterventil

| 29. September 2015

Clemens Bimek arbeitet seit Jahren an der Entwicklung des Samenleiterventils. Das Bimek SLV ist daher bereits jetzt technologisch ausgereift. Das Vertrauen in die eigene Entwicklung beweist Clemens Bimek durch Selbstversuche, bei denen er sich das Samenleiterventil einsetzen lässt.

Nun ist der Punkt erreicht, den nächsten Schritt zu gehen. Das Bimek SLV soll im Rahmen einer klinischen Studie an freiwilligen Probanden getestet werden.

Hier die Geschichte von Clemens Bimek und seiner die Verhütung revolutionierenden Idee.

1967

Clemens Bimek wird in Rüdersdorf bei Berlin geboren und wächst in behüteten Verhältnissen im Kreise seiner Familie mit drei Geschwistern auf.

1973-1998

Schulbesuche und handwerkliche Ausbildungen und Tätigkeiten. Clemens Bimek entwickelt sich zum Erfinder und Autodidakt.

1998

Erfindung des Samenleiterventils. Clemens Bimek sieht in einer Ratgeber-Sendung zum Thema Gesundheit einen Beitrag über Vasektomie, von der er zuvor noch nichts gehört hatte. Dabei stellt sich ihm spontan die Frage: „Warum baut man da nicht einfach ein Ventil ein?“ Auf seinen damaligen Weg zur Arbeit kommt er täglich am Patentamt in Berlin-Kreuzberg vorbei. Eines Tages recherchiert er dort vor Ort und stellt fest, dass es schon einige Entwicklungen in diese Richtung gibt, die aber aus seiner Sicht zu kompliziert und daher nicht praktikabel sind.

Bimek beginnt daraufhin, seine Ideen zu entwickeln und eine erste Lösung zu erarbeiten.

1999

Das Bimek Samenleiterventil wird in Deutschland zum Patent angemeldet (DE 199 09 427 C1), das in 2000 erteilt wird und bis heute gültig ist.

2001-2004

Während eines halbjährigen Selbststudiums der Andrologie und Urologie steigt er tief in die komplexen Vorgänge der männlichen Geschlechtsorgane und der Verhütung generell ein. Er sucht das Gespräch mit einschlägigen Fachärzten und Wissenschaftlern, trifft sich mit vielen Experten, stößt allerdings zum Großteil auf Skepsis und Unverständnis. Als schwierig erweist sich auch die Suche nach Herstellern für das mikromechanische Ventil. Für bestimmte Einzelteile findet er z. B. einen Hersteller erst in Florida/USA, die Implantatmaterialien ordert er in Großbritannien und der Schweiz.

2002-2005

Neben seiner selbstständigen Berufstätigkeit widmet sich Clemens Bimek intensiv der tatsächlichen Herstellung seiner Erfindung. Das verwendete Material ist seit Jahrzehnten im medizinischen Einsatz erprobt und wird heutzutage täglich und tausendfach als Implantatmaterial in der Humanmedizin verwendet. Das Ventil selbst, als passives und rein mikromechanisches Implantat, stellt keinerlei Gefahr für den menschlichen Organismus dar.

2006

In Herrn Dr. Kiessling (CEO), Herrn Fechter und dem restlichen Team der Firma Beutter findet Bimek dann die Unterstützer für seine Idee und kompetente Entwicklungshelfer und Hersteller für mikromechanische Implantate. Dort lässt Bimek neue Ventile herstellen, montiert sie im Reinraum und lässt sie professionell verpacken und gamma-sterilisieren.

Im April 2006 liegen 10 Exemplare des Samenleiterventils fertig zur Implantation vor. Die von ihm entwickelten und mit Hilfe diverser Firmen aus der Medizintechnikbranche hergestellten Samenleiterventile verfügen über die technische Unbedenklichkeit im Sinne der EWG/93/42 Anhang X Abs. 1.1 mit Hinweis auf Anhang I Abs. 1 und Abs. 3 und des MPG § 20 Abs. 1 Nr. 6 ausgestellt durch einen Notified Body in Berlin. Dafür erstellt er eine Risikomanagementakte nach DIN EN ISO 14971:2001 sowie eine SOP (Standard Operation Procedere) für die Montage des Samenleiterventils im Reinraum und für die Implantation selbst auf Grundlage eines Qualitätssicherungssystems nach EN ISO 9001:2000 und der EN ISO 13485:2003.

Das alles bedeutet: Die Materialien sind bekannt und erprobt. Das Risiko ist minimal. Das Einsetzen im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs unter entsprechender Betäubung ist bzgl. des Ablaufs und anzuwendenden chirurgischen Verfahrens bis ins Detail ausdefiniert.

2008 

Clemens Bimek versucht diverse Urologen zu überzeugen, ihm das Ventil zu implantieren. Einige sind dazu auch bereit, scheitern aber an den Ethikkommissionen der jeweiligen Kliniken. Schließlich findet er einen mikrochirurgischen Spezialisten, der ihn bei drei Vasovasostomien zusehen lässt. Er erklärt sich bereit, Bimek seine Ventile im Selbstversuch zu implantieren und erwirkt auch die Genehmigung der zuständigen Ethikkommission.

2009 

Am 17. Juni lässt sich Clemens Bimek zum ersten Mal per Selbstversuch zwei Ventile implantieren. Der Eingriff wird gefilmt und detailliert dokumentiert. Bimek stellt fest, dass der Operateur das Ventil nicht zu 100 Prozent wie vorgesehen anbringt. Das Ergebnis des im offenen Zustand implantierten Ventils entspricht zunächst nicht vollständig den geplanten Erwartungen. Die Erfahrungen münden in eine konstruktive Weiterentwicklung.

2010

Bimek lässt die Ventile im Zuge einer ambulanten OP schließen. Die nachfolgenden Ergebnisse sind vielversprechend: Weitere Profi-Spermiogramme zeigen, dass sich keine Spermien mehr im Ejakulat befinden.
Bimek konstruiert das SLV komplett um und lässt neue Modelle herstellen.

2011

Nach einem erneuten Operationsversuch, der nur teilweise gelingt, verfügt Clemens Bimek jetzt über sehr viele Erfahrungen, die in die aktuelle Version des Ventils (Modell LOT04) einfließen.

2012

Im April erfolgt die letzte Implantation nachdem die Anschlussdimensionen etwas reduziert wurden. Schon die erste Ejakulation mit den neuen Ventilen zeigt eine fast normgerechte Spermienzahl, obwohl davor eine zweijährige Sterilität vorlag. Mit der neuen Umschalttechnik gelingt auch das Umschalten von außen.

2013

Alle gesammelten Erfahrungen fließen in eine Neuentwicklung ein. Die aktuelle Version des Samenleiterventils verfügt über Anschlüsse in verschieden Größen und die Technik ist so vereinfacht, dass jeder geschulte Urologe eine Implantation des Bimek SLV in einer der Vasektomie ähnlichen, einfachen, ambulanten OP durchführen kann.

2014

Clemens Bimek begibt sich auf die intensive Suche nach Investoren und kann Dr. Peter Schnückel, der Ideengeber und Erfinder als erfahrener Unternehmer mit seiner Firma PES Innovation AG (Schweiz) unterstützt, als Partner für die Weiterentwicklung des Samenleiterventils gewinnen. Das Bimek Samenleiterventil wird in der Schweiz als internationales Patent (PCT) angemeldet. Wissenschaftliche Gutachten bestätigen zudem, das seine Erfindung weltweit einzigartig ist.

2015

Der renommierte Münchner Urologe Prof. Dr. Dr. med. habil. H.W. Bauer kann als Unterstützer für das Projekt gewonnen werden. Zudem werden Gespräche mit interessierten Kliniken in Deutschland geführt. Das Bimek SLV richtet sich nun vorrangig an Männer, welche bereits Kinder haben und über eine Alternative zur Vasektomie nachdenken.

Im Oktober startet offiziell die Kampagne für das Bimek SLV, die im Wesentlichen drei Ziele verfolgt.

  • Das Bimek SLV soll einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.
  • Es sollen Probanden gefunden werden, die sich im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie zu einer Implantation der Ventile bereit erklären.
  • Zur Finanzierung der klinischen Studie und der weiteren Produktentwicklung werden mit einer Crowfundingkampagne Unterstützer und Investoren gesucht.

 

2 Antworten zu “Die Geschichte von Clemens Bimek und dem Samenleiterventil”

  1. Hallo Dr. Schnückel,

    Hut ab vor der Leistung des Herrn Bimek!

    Ich weiß, was es bedeutet, eine gute Idee gegen alle Widerstände durchzusetzen. Ich habe die RPS-M entwickelt, die die thermische Verhütung des Mannes aklltagstauglich macht. Eine Methode, die bei weitem billiger ist, als das SLV und die keinerlei Eingriff in den Körper mit den resultierenden Problemen voraussetzt (Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom).

    Was mich beim Lesen Ihrer Webseite überrascht hat, ist die Nachricht, dass Herr Bimek erst 2014, also 15 Jahre nach der deutschen Patentanmeldung, eine internationale PCT-Anmeldung eingereicht hat. In Deutschland ist das nur 1 1/2 Jahre nach der Erstanmeldung möglich. Gibt es etwa in der Schweiz abweichende Gesetze diesbezüglich?

    Für eine Antwort stets empfänglich. Mit kollegialen Grüßen
    Bernd Fischbach
    (Eddie der Verstümmlungs-Verhüter)

  2. Flo sagt:

    Ich finde die Idee gut und sehr hilfreich. Bin mit meiner Freundin im Moment selbst am schauen was es so gibt. Leider ist es recht teuer aber würde es gern machen lassen weil wir ja erstmal alles schaffen wollen das wir denn Kinder eine richtiges Leben bieten können. Würde mich auch als Proband melden wenn ich wüsste wo man das machen könnte. Ich hoffe das alles gut läuft und auch erschwinglich ist egal in welchem Land

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